Zugtruppfahrzeug Hirschau 12/1

Bereits seit 2014 betreibt die Ortsgruppe Hirschau das Zugtruppfahrzeug des Wasserrettungszuges Amberg-Sulzbach. Nach 6 Jahren war es nun an der Zeit das damals gebraucht erworbene Fahrzeug durch ein neues zu ersetzen.

Die Wahl fiel auf einen fabrikneuen MAN TGE mit 180PS, mittleren Radstand und Hochdach. Das 3,5t schwere Fahrzeug ist bereits ab Werk mit einer Klimaanlage und Standheizung ausgestattet. Auch die vielen Assistenzsysteme überzeugten die Mitglieder der Wasserwacht und sorgen bei den Einsatzfahrten für eine zusätzliche Sicherheit.

Der komplette Ausbau des Fahrzeuges wurde zu 100% in Eigenleistung durchgeführt. Nur so konnte ein Gesamtsystempreis von unter 70.000,- € erzielt werden. Ein vergleichbares Fahrzeug, über einen Rettungsdienst- oder Feuerwehrausbauer beschafft, würde deutlich mehr als das doppelte Kosten.

Die Beschaffung war nur dank der großzügigen Unterstützung des Fördervereins der Wasserwacht Hirschau, des BRK Kreisverbandes, des Landrats, der beiden Gemeinden Schnaittenbach und Hirschau und zahlreicher Sponsoren möglich. Eine offizielle staatliche Unterstützung gibt es für diese Art von Fahrzeugen aktuell noch nicht.

Im Fahrzeug wurden unter anderem drei digitale LARDIS Funkplätze, drei feste und ein tragbarer Arbeitsplatzrechner mit der Software Einsatzstellenverwaltung, ein DIN A3 Farblaserdrucker (für Karten), ein DIN A4 Multifunktionslaserdrucker, ein LTE Router, eine selbstausrichtende Satellitenanlage (Internet und VOIP), eine Dachklimaanlage, ein Helferortungssystem und vieles mehr verbaut. Auch ein Aussenmonitor und ein Besprechnungsraum für 4 Personen wurden integriert.

Im Fahrzeug finden insgesamt 5 Helfer und ein Gruppenführer Platz. Ihre Aufgabe ist es bei Einsätzen den diensthabenden Einsatzleiter Wasserrettungsdienst bzw. Zugführer bei seiner Arbeit zu unterstützen und die Arbeiten an der Einsatzstelle zu organisieren und zu dokumentieren.

Das Einsatzspektrum geht aber weit über die „normalen“ Wasserrettungseinsätze hinaus. Der neue Einsatzleitwagen wird bei größeren Schadenslagen im Landkreis automatisch alarmiert und übernimmt dort den Einsatzabschnitt „Rettungsmittelhalteplatz“. Hier konnten die ehrenamtlichen Helfer in den vergangenen Jahren (z.B. bei den beiden Evakuierungen nach Bombenfund in Kümmersbruck) wichtige Erfahrungen sammeln.

Auch überörtlich ist das Fahrzeug in die Alarmierungsplanungen fest integriert.

Als Wasserwacht Oberpfalz 12-1 führt er die Einsätze des Wasserrettungszuges- und der Task Force-Oberpfalz des Bezirksverbandes.

Im Rahmen der Einsätze der Fachgruppe Ortung wird der Einsatzleitwagen, zur Unterstützung der örtlichen Einheiten, zu Vermisstensuchen Land und Wasser in der gesamten Oberpfalz alarmiert. Für diese Einsätze wird neben einem Helferortungssystem auch die einzige im Landkreis Amberg-Sulzbach verfügbare Drohne mit Wärmebildkamera mitgeführt. Die bereits 2018 beschaffte Drohne ist komplett mit dem Fahrzeug vernetzt. So können die Drohnenbilder in Echtzeit auf den Info-Monitoren oder auf dem fest verbauten Aussenmonitor wiedergegeben und auf den Arbeitsplatzrechnern zur Auswertung gespeichert werden. Ebenfalls ist die Übertragung des Video-Signals des Tauchroboters oder des 3D Side Scan Sonars in das Fahrzeug möglich.

Mit einer Planungs- und Bauzeit von nicht einmal 6 Monaten können die hirschauer Wasserwachtler zu Recht stolz auf dieses außergewöhnliche Fahrzeug sein.

Die offizielle Fahrzeugweihe wird im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Ortsgruppe am Samstag den 1. August 2020 im Freizeitpark am Monte-Kaolino in Hirschau stattfinden.